Úvod > Aktivity > Interview mit dem Professor Gunter Raffetseder (GT duben / 2013)

Interview mit dem Professor Gunter Raffetseder (GT duben / 2013)

7.5.2013 - Šéfredaktor
Für den Anfang würde ich Sie fragen, was Sie dazu gebracht hat Lehrer zu werden?
Wenn ich das wüsste, einen größeren Fehler hätte ich nicht machen können (lacht). Nein das stimmt natürlich nicht, ich war Lehrer mit Leib und Seele, in Österreich bin ich schon Rentner und deswegen hat mich Herr Grubeck gefragt, ob ich nicht lust hätte nochmal in Znaim zu unterrichten, weil ich hier schon einmal in den neuenziger Jahren unterrichtet habe. Jetzt macht es mir moch mehr Spaß, als damals als ich in die Schule gehen musste.

Und wie sind die Studenten? Sie unterrichten sie in Deutsch, sind sie geschickt?
Ich denke, dass ich mich mit ihnen sehr gut verstehe und hoffe, dass sie mit mir auch zufrieden sind, aber man bemerkt, dass ihnen die Praxis in der Sprache fehlt und versuche ich zu entwickeln. Zum Glücke schämen sie sich nicht, vieleicht auch deswegen, weil ich gesagt habe, dass Fehler alle machen und dass Fehler kein Problem sind, sondern etwas, was man verbessern kann. 

Sie sagten, dass sie Herr Grubeck hierher gebracht hat. Sind sie gute Freunde?
In der Zeit, als er mich nach Znaim gebracht hat waren wir schon lange befreundet. Wir haben uns in Wien kennengelernt, wo ich sein Vorgesetzter war im Internat, er ist dann nach Tschechien gegangen und nach einem Jahr rufte er mich an, ob ich nicht auch Lust und Laune hätte es zu probieren. Natürlich stimmte ich gleich zu, weil der damalige Direktor einen Geschichtslehrer suchte. 

Also haben Sie Geschichte studiert?
Ja, Geschichte und Russisch.

Das ist eine interessante Kombination in Österreich, aber wie hat Ihnen Znaim damals gefallen?
Ich war schon am Anfang beeidruckt, ich fühlte mich hier sehr wohl, die Leute waren sehr freundlich und ich glaube sogar, dass ich mit Znaim keine negative erfahrung habe und so fühle ich es auch jetzt.

Also hat sich nicht viel verändert. Haben sich die Schüler verändert?
Da könnte ich schon einiges sagen, die damaligen Schüler hatten mehr Power beim Lernen und waren sehr Wissbegierig, es gab nichts was sie nicht interessieren würde und sie hatten auch einen anderen Zugang zum Studium als heute. Für sie war es eine große Gelegenheit, nicht wie heute. Heute sind Sprachen wie Deutsch, Französisch, Spanisch usw. Schon ein Standard. Sie waren auch in Latein interessiert, wo ich sie auch unterrichtet habe und das alles fehlt mir an den heutigen Schülern ein bisschen. Damals verbrachte Herr Grubeck und ich auch viel Zeit außerhalb der Schule mit ihnen verbracht. Also hatten sien och mehr Möglichkeiten sich im Sprechen zu verbessern. 

Mit den Kollegen verstehen Sie sich?
Damit hatte ich zum Glück nie ein Problem, ich denke sogar, dass ich diesbezüglich wirklich Glück habe.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht gerade unterrichten?
Ich arbeite. Mit meinem Hausherr. Ich wohne in einer Wohnung in Znaim und der Besitzer ist schon über 80 Jahre alt, er hat Probleme mit dem Gehen und deshalb helfe ich ihm mit der Gartenarbeit, es macht mir Spaß und helfe auch gerne Leuten. 

Wenn Sie gerne Leuten helfen, sind sie auch in Wohltätigkeitskreisen tätig?
Ich versuche am meisten zu helfen in dem ich vieles Spende und diese Organisationen helfen dann Menschen in Not. 

Reisen sie gerne?
Momentan eher nicht, ich bin wahrscheinlich etwas faul geworden. Auf einaml finde ich es zu anstrengend. Im fortgeschrittenen Alter denkt man etwas anders. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich am Flughafen Stunden auf das Flugzeug warte und überhaupt kommt mir die ganze Angelegenheit mit den Flughäfen sehr anstrengend vor. 

Denken Sie, dass diese Reiseenergie wieder zurückgewinnen?
Es ist möglich, aber ich bin auch jetzt zufrieden. Ich warte bis mir mein inerer Stimulus sagt, dass ich wieder anfangen soll. Ich muss mir einfach selbst einen Tritt geben und wird es gehen.

Wo halten Sie sich auf, wenn Sie nicht in Znaim sind?
Ich lebe in Wien und möchte auch nicht mehr weg. Ich komme aus einem kleinem Dorf in Oberösterreich in der nähe der tschechischen Grenze und zuerst hatte ich Probleme mich an die Großstadt zu gewöhnen, aber jetzt kann ich mit mein Leben in einem kleinen Dorf nicht mehr vorstellen. In Wien ist es praktischer ich bin anonym und bin froh, dass ich mich nicht damit beschäftigen muss, dass alle über mich alles wissen so wie es halt in Dörfern ist. Leute wissen dort Sachen die gar nicht geschehen sind. Jeden Dienstag fahre ich mit dem Zug nach Znaim und am Donerstag kehre ich nach Wien zurück.

Haben Sie in Wien studiert?
Nein in Salzburg, aber ich habe mir viel Zeit für das Studium genommen, damals gab es die Möglichkeit und es war auch ziemlich üblich. Heute ist es nicht mehr so möglich, ich hatte ein richtiges Studentenleben mit allen möglichen Feiern und viel Freizeit. Ich glaube sogar, dass ich mehr, dass ich mehr gefeiert als studiert habe, das heißt aber nicht, dass ich mein Studium nicht ernst genommen habe. Nach dem Studium habe ich begonnen in der Sowjetischen Bank als Dolmetscher zu arbeiten für zwei Jahre. Dann stelte ich aber fest, dass die Büroarbeit doch nichts für mich ist und beschloss Lehrer zu werden. Das war ein guter Schritt für mich nachdem ich im Kontakt mit der Sowjetunion war. Ich war auch als Student dort, lernte viele Leute kennen, hauptsächlich Russen, weil die auch in der Bank arbeiteten und so habe ich dann auch mein Russisch verbessert. 

Und sind die Russen wirklich so, wie man sagt? Vulgär, grob, usw.?
Das denke ich nicht, natürlich gibt es auch solche Charakter, aber im Ganzen kam es mir nicht so vor. Auch bei uns in Österreich gibt es solche Menschen und in Tschechien auch, warum sollten wir dann alle Russen in einen Sack stecken. Ich lernte nur nette Leute kennen.

Und welche Stellung nehmen Sie gegenüber den nicht netten Menschen ein? Streiten sie, oder sind Sie eher Kompromissbereit?
Ich bin bereit Kompromisse zu machen, aber sonst gehe ich solchen Leuten aus dem Weg, das ist das beste. Zum Beispiel verstehe ich mich mit Herrn Grubeck sehr gut. Ich war der Leiter eines Internates in Wien und er hat sich beworben und mit der Zeit stellten wir fest, dass wir uns in vielen Sachen gut verstehen. Wir bereisten auch viele Länder und so läuft es bis heute.

Welche Läder habt ihr besucht?
Südamerika, viele Länder in Europa, USA, es war immer sehr nett, aber heute kann ich mich schwer an etwas wirklich lustiges errinern bei so vielen Errinerungen.

Reisen sind ja sehr anstrengend, hatten Sie nie das gefühl, dass Ihnen nach einer bestimten Zeit ihr Mitreisender auf die Nerven geht?
Das ist mir noch nie passiert, natürlich ist es möglich, wenn zwei Leute ununterbrochen zusammen sind, aber wenn es vernünftige Leute sind kann man immer einen Kompromiss machen.

Früher ist die Jugend viel gereist und wollte alles erleben, welchen Weg geht nach Ihrer meinung die heutige Jugend?
Dümmer ist die heutige Jugend sicher nicht, Leute werden nicht dümmer, aber die heutige Jugend muss vieles in sehr kurzer Zeit schaffen und mit dem ganzen Angebot und allen Möglichkeiten ist es sehr schwer mit allem zurechtzukomen. Einerseits möchte ich wieder jung sein, andererseits hätte ich sicher ein Problem mit dem allem, was mir die Umgebung anbietet zurechtzukommen. Die jungen Leute werden viel schneller erwachsen, alles ist schnelles und sieht man auch an der Jugend.

Haben Sie mal einen Schüler angeschriehen?
Es ist mir mal in Wien passiert, dass ich lauter werden musste, aber hier in Znaim ist es noch nie geschehen, dass ein Schüler frech wäre, wenn er nicht aufpassen wollte habe ich ihn einfach gelassen. Es kommt vor, dass ich ihnen etwas wichtiges mitteilen will und immer gibt einen Schüler oder eine Schülerin die es nicht hören wollten, aber es ist nie die ganze Klasse, ich bin kein Vertreter der Kollektivschuld, weil ich weiß, dass es immer einen Teil der Klasse gibt den es interessiert. Früher waren die Studenten auch frech und wiedersprachen, aber in Znaim ist es im Vergleich zu Wien wirklich nichts. Manchmal ist es wirklich schwer Lehrer zu sein, vorallem wenn man jung ist. Ich weiß nicht woran es liegt, heutzutage sind die Schüler mehr selbstbewusst, weil sie nicht mehr so von ihren Eltern eingeschränkt werden. Meistens gibt er Probleme gerade mit den Eltern. Manchmal hörten Eltern auf zu Elternsprechtagen zu kommen und schickten einen Rechtsanwalt, der dann mit den Lehrern über ihr Kind streitete. Das ist schon sehr hart. 

Was machen Sie, wenn Sie sich entspannen wollen? Haben Sie ein Lieblingslokal?
Ich gehe überall gerne hin, alleine, oder mit Leuten, aber wenn ich mich ausruhen möchte lese ich bücher, oder Zeitungen, oder denke einfach nach. Ich lese gerne, auch weil Herr Grubeck so viele Bücher hab, also muss ich lesen und ich lese alles. Ich könnte Thomas Bernhard als Schriftsteller empfehlen.

Zum Schluss, wie würden Sie ihre ganze Karriere zusammenfassen?
Ich denke, dass alles so ist wie es hätte sein sollen, ich bin zufrieden und kann mich nicht beschwähren. Allen Schülern wünsche ich, dass sie in der Zukunft ein besseres leben haben, als sie als Schüler und Studenten hatten.

_Nahoru_


Aktuálnì
 
Napište nám!
E-mail pro odpovìï:
2 + 1 =   
 


©2019

webmaster: Ivo Pisaøovic
editor: TomᚠÈech predseda.sp@gmail.com
Ilus. obrázky: renjith krishnan / FreeDigitalPhotos.net